Fragen und Antworten

Frage: Scherengarnele nicht mehr zu finden / Vergesellschaftung in Ordnung?

Hallo Joscha,

wir haben uns vor einigen Tagen ein großes Stenopus hispidus-Männchen zugelegt; nach dem Einsetzen verschwand es im Riff und ward nie wieder gesehen, weder tagsüber noch in der Dämmerung. Ist dies normal?

Wir haben bislang außer dem Stenopus-Maennchen noch etliche Palaemon serenus, diverse Schnecken sowie ein Paar Amphiprion frenatus im Becken; meiner Meinung nach dürfte es eigentlich da keine Probleme geben, oder?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Du mir diesbezüglich einen Tipp geben könntest.

Vielen Dank und beste Grüße

Antwort

Hallo,

habt Ihr sonst noch ein Stenopus hispidus-Weibchen? Woher wisst ihr denn, dass es ein Männchen ist? Nur so aus Interesse... Ich konnte bis jetzt noch keine äußeren Geschlechtsunterschiede feststellen. Es sei denn, man hat wie ich ein Pärchen. Dann trägt das Weibchen ständig Eier mit sich herum.

Also meine Scherengarnelen waren am Anfang auch kaum auszumachen. Sie hängen bis heute tagsüber hinter dem Riff und kommen erst Abends raus wenn es Futter gibt. Nachts dann erkunden sie das Becken.

Die Fische sollten kein Problem sein. Bei mir lässt sich sogar der Rotfeuerfisch (Pterois radiata) von den Scherengarnelen putzen und macht überhaupt keine Anstalten sie fressen zu wollen.

Sorgen würde ich mir an eurer Stelle eher um eure kleinen Rock Shrimps (Palaemon serenus) machen. Ich konnte das selber zwar noch nicht feststellen, aber von Stenopus hispidus hört man immer wieder, dass sie für das verschwinden anderer Garnelen verantwortlich sein sollen.

Ich würde an eurer Stelle man in der Nacht (habt ihr ein Mondlicht über dem Becken?) auf die Suche gehen.

Gruß Joscha

 

Frage 2

Hallo Joscha,

tja, wie gewonnen so zerronnen...

Nachdem sich die Stenopus ein paar Tage eingewoehnt hatte, kam sie dann tatsächlich abends aus ihrem Versteck und futterte genüslich mit den anderen Krabben und Einsiedlern vor sich hin - bis ich gestern morgen ihren Kopfpanzer sowie beide Scheren im Becken herumliegen fand. Nun gibt es mehrere Mölichkeiten, von denen ich bislang nicht genau weiss, welche die "rechtsgütige" ist:

a. Sie hat sich gehäutet und sitzt verborgen im Riff, um den Panzer auszuhärten. Dies würde bedeuten, dass alles OK ist und sie eines Tages in neuer Pracht wieder zum Vorschein kommt.

b. Sie hat sich gehäutet, und entweder hat der Häutungsvorgang nicht richtig funktioniert, und / oder die Palaemon serenus haben ihr so zugesetzt, dass sie sie auseinandergenommen haben; letzteres würde die herumliegenden Körperteile erklären. Kann auch sein, dass die Einsiedler ihr zugesetzt haben, ich weiss es nicht genau.

Variante b. halte ich für recht wahrscheinlich, da wir inzwischen auch beobachten konnten, dass die Palaemons die Einsiedler immer dann, wenn sie ihr Haus wechseln, ordentlich piesacken und in den weichen Hinterleib zwacken - einige Einsiedler sind dabei schon auf der Strecke geblieben, da sie nicht schnell genug in ein neues Schneckenhaus gekommen sind.

Fressen und gefressen werden passiert anscheinend auch im Riff zuhause - es wäre zwar schade, wenn dabei die Stenopus auf der Strecke geblieben wäre, aber so ist halt der Lauf der Dinge. Mir hat die rot-weiss geringelte Garnele besonders gut gefallen, da sie einen schönen optischen Akzent gesetzt hat (wenn sie sich mal hätte blicken lassen...). Sowohl der local fish shop als auch wir selber denken, dass es ein Männchen war, da die eine Schere deutlich groesser und kräftiger als die andere war.

Von den Palemon serenus kann ich aufgrund der obigen Beobachtungen eher abraten; sind zwar sehr interessante, aber offensichtlich auch sehr wehrhafte Burschen. [...]

erst einmal vielen Dank und viele Grüsse aus der Ferne

 

Frage 3

Hallo Joscha,

so kann man sich irren - was wie abgerissene Panzerteile aussah, muss der abgestreifte Panzer gewesen sein. Gestern kam die Stenopus in neuer, größerer Rüstung wieder zum Vorschein und hat sich gleich etwas Neues vorgenommen - die bubble tip-Anemonen haben es ihr angetan, und nun wird ab und zu mal in den einen oder anderen Tentakel gezwickt, was hektische Reaktionen seitens der Anemone zur Folge hat.

Ansonsten ist alles OK, mal sehen wie's weitergeht.

Viele Gruesse

Antwort 2

Hallo,

sorry, diesmal hat es bei mir ein wenig länger gedauert.

Das habe ich mir doch halb gedacht, dass die Garnele wieder auftaucht. Ich bin aber auch schon mal ziemlich erschrocken und habe gedacht ich habe sie verloren.

Ich kann übrigens nur Empfehlen, eine Paarhaltung anzustreben: Sehr schön zu beobachten, wenn die Stenopus hispidus zu zweit nachts aus der Höhle herauskommen und durchs Becken ziehen.

Die Anemonen wurden bei mir auch ein, zwei mal probiert, hat sich aber ziemlich schnell wieder gegeben. Kräftig füttern, am besten in die späten Abendstunden, kurz bevor das Licht ausgeht, dann kommen die Scherengarnelen auch raus und jagen mit nach Mysis, Artemia und Co. und sind satt. Dann wird auch die Anemone in Ruhe gelasen.

Hat zumindest bei mir geholfen.

Gruß Joscha

 

Frage zum Geschlechtsunterschied

Hallo,

habe mir ein Paar Stenopus hispidus gekauft. Leider vertragen sich die beiden jetzt nicht, obwohl es ein Pärchen sein sollte. Die erste Zusammenkunft hat eine Schere gekostet und dann habe ich sie wieder getrennt. Gibt es eine Möglichkeit die Geschlechter zu erkennen?
Oder wie kann ich die beiden aneinander wieder gewöhnen?

Antwort

Hallo,

haben die Beiden schon beim Händler zusammen gelebt? Oder sind Sie erst bei dir zusammengesetzt worden. Ist letzteres der Fall, würde ich stark davon ausgehen, dass du zwei gleichgeschlechtliche Scherengarnelen erwischt hast.

Allgemein sagt man, dass die Scherengarnelen sehr gut zu unterschieden sein sollen. Ich kann das für mich nicht bestätigen. Einem einzelen Tier anzusehen, ob es ein Männchen oder ein Weibchen sein soll ist mir fast unmöglich.

Kennst du diese Seite?
http://www.marin.de/salzwasser/deutsch/Berichte/Garnelen/garnelen_und_einsiedlerkrebse.htm

Auszug:

Setzt man zwei gleichgeschlechtliche Rotweiß – Gebänderte Scherengarnelen in das gleiche Aquarium, wird das mit dem Tod der schwächeren enden. Da die Geschlechtsunterschiede gut ausgeprägt sind, kann man sich aber leicht ein Pärchen zusammenstellen. Die Weibchen sind größer als die Männchen. Außerdem sind die erwachsenen Männchen deutlich schlanker als die Weibchen. Ein weiteres gutes Unterscheidungsmerkmal sind die grünlichen Eierstöcke, die deutlich unter dem transparenten Rückenpanzer der Weibchen zu erkennen sind.

Vielleicht hilft dir das weiter!!?

Bei meinen, übrigens auch getrennt gekauft, zeigte sich sehr schnell, welches Tier das Weibchen ist. Sie trägt seit dem quasi durchgehend Laich.

Solltest du zwei Männchen haben, sieht es schlecht aus. Ich fürchte, dann muss du ein Tier separat halten oder abgeben. Für letzteres könntest du mich kontaktieren, ich suche für eines meiner Becken noch eine gebänderte Scherengarnele.

Gruß Joscha

PS: Nach zwei, drei Häutungen solltest du von der fehlenden Schere nichts mehr sehen. Die wächst einfach wieder nach; am Anfang etwas klein, das wird aber wieder.